Tagebuch oder wenn die Welt über dir zusammenstürzt
4. Februar 2011Liebes Tagebuch.
Von heute auf gleich ist meine Welt zusammengestürzt. Wie ein schwarzes Meer hat sie sich über mich geschlossen und alle Gefühle, Gedanken und Hoffnungen ausgeschlossen. Eine von mir mühsam aufgebaute heile Welt. Ich bin mit meinem Freund zusammen gezogen und alles war so wunderbar. Keine Sorgen, Sonnenschein, alles was man sich wünscht. Und dann kam die Dunkelheit. Erst dachte ich es wäre nur eine Phase, aber legt es sich wie ein bleierner schwarzer Schleier um einen und zieht ein hinab in das Schwarz. Jeden Tag kämpfe ich aufzustehen und um nicht noch weiter in das Schwarz hinabzurutschen.
Es ist belastend wenn man weiss dass man nicht mehr über dinge Lachen kann und die Sonne für einen nicht mehr scheint.Und den Auslöser weiss niemand.
Allerdings lebte ich schon früher in meiner eigenen Welt. Niemand konnte wirklich an mich herran und das war auch gut so. Egal wie sie es versuchten, durch zureden oder durch Gewalt. Nichts nützte. Ich baute mir mein eigenes Schloss wo mich die Pein nicht erreichte und wo ich glücklich war. Doch irgendwann kamen sie und durchbrachen meine Mauern. Mit schweren Geschützen droschen sie auf die Mauern ein und brachten sie zu Fall. Und die Dunkelheit konnte nun über mich herreinbrechen. Jeden Tag stürmten sie die gefallenen Mauern aufs neue und fügten ihnen neue verletzungen und schaden hinzu.
Irgendwann wurde ich neugierig und wollte wissen wie es ist wenn man jemanden Schmerz zufügt. Doch wollte ich es an niemanden anders ausprobieren als an mir selber. Warum macht es ihnen Spaß mir so weh zu tun?
Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und versuchte es selber, bis das Blut floß. Es war anders als ich es angenommen hatte. Es tat mir nicht wirklich weh. In wirklichkeit befreite es mich. Und meinen Peinigern schien es auch zu gefallen. “Hoffentlich ist die Tot” waren ihre begeisterten rufe und liesen mich alleine in meiner Dunkelheit.